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Historie

Die älteste Nachricht über Voltlage ist in einer Heberolle des Klosters Corvey zu finden. Die Aufzeichnung entstammt der Zeit um 1271. Darin führt Voltlage den Namen Folkla. Im späten 13. Jahrhundert, als der Ort als Dorf schon wesentlich an Bedeutung gewonnen hatte, ist die Schreibweise Voltlo. Fast drei Jahrhunderte später, im Jahre 1580, findet sich die Bezeichnung Voltelt. Der heutige Name des Dorfes kommt zum ersten Mal im 18. Jahrhundert vor. Aus der Aufzeichnung in Heberolle wird deutlich, daß das Kloster Corvey während des Mittelalters einen Hof besessen hat, der ihm abgabenpflichtig war.

Das die Bauernschaft Voltlage in früher Zeit nur aus vier Vollerben und zwei Halberben bestanden hat, scheint festzustehen. Die Gehöfte lagen auf einer von der Eiszeit zurückgelassenen Sanddühne. Es waren freie Bauern, die ihre Selbständigkeit von Gut und Eigentum zu wahren wußten. Ob Voltlage schon um die Jahrtausendwende eine Kirche besessen hat, dürfte unwahrscheinlich sein. Dafür war die Ansiedlung zu klein und unbedeutend. Anzunehmen ist jedoch, daß die wenigen Einwohner die Kirche in Merzen besuchten, von der aus schließlich in Voltlage eine Kirche gegründet wurde, und zu deren Archidiakonat sie gehörte. Die verhältnismäßig späte Gründung der Kirche erklärt auch die Tatsache, daß das Kirchspiel nicht besonders groß ist. Es umfaßt einschließlich Voltlage nur drei Bauernschaften. Zu einer romansichen Kirche muß der erhalten gebliebene, später aufgestockte Kirchturm gehört haben. Baugeschichtlich wird er dem ausgehenden 12. Jahrhundert zuzuweisen sein. Danach schein sich der Ort verhältnismäßig schnell entwickelt zu haben. Im Jahre 1265 jedenfalls muß Voltlage schon eine angesehene, von Landwehren in Richtung Weese und Höckel geschützte Ortssiedlung gewesen sein. Im gleichen Jahr bestätigt der Graf von Tecklenburg die Anweisung von Einkommen des Ritters von Langen in Voltlage für das Kloster Bersenbrück. Ein wenig später, 1271, ist der Name eines Geistlichen des Kirchspiels, Henricus de Voltlo, überliefert. Sein Name läßt auf eines der ältesten freien, dorf ansässigen Bauerngeschlechter schließen. Wenige Jahrzehnte später wird Gerhard von Voltlage, als aus einem alten Bauerngeschlecht stammend, genannt. Demnach scheint diese Familie, die für lange Zeit den Freistuhl besaß, in der engeren und weiteren Umgebung sehr angesehen gewesen zu sein. Auch die dem Namen nach bekannten Rheiner Bürger von Danckelmann und Luber von Beesten müssen von freien Voltlager Höfen stammen, denn diese beiden Familien besaßen das Patronat über die Voltlager Kirche. Gewiß würden sie die damit verbundenen Verpflichtungen nicht auf sich genommen haben, wenn sie nicht familiäre Bindungen dorthin gehabt hätten.

Möglicherweise sind diese beiden Familien sogar als Gründer der Kirche anzusehen. Im 14. Jahrhundert war es der Streit zwischen den Grafen von Tecklenburg und den Osnabrücker Landesherren um die Hoheit im Lande. Bei den Kämpfen dieser beiden Parteien, in deren Mittelpunkt die vom Bischof 1344 erbaute Landesburg Fürstenau stand, wurde auch Voltlage in Mitleidenschaft gezogen. Denn die Burg hatte sich für den Landesherrn und für den in ihrem Schutz entstandenen Ort Fürstenau zwar als Vorteil, für die umliegenden offenen Ortschaften und deren Bevölkerung aber als Nachteil erwiesen. Stets wurden die feindlichen Handlungen tief in das Land hineingetragen.

Das 16. und 17. Jahrhundert, in denen das Faustrecht herrschte, und der nachfolgende schreckliche Dreißigjährige Krieg ließen Zucht und Ordnung im Lange verfallen. Auch die Bevölkerung von Voltlage hat darunter sehr zu leiden gehabt. Zunächst ließ die Grothausfehde durch ihre unheilvolle Verknüpfung mit dem spanisch-niederländichschen Krieg von Lingen aus mal spanische mal niederländische Räuberbanden in das Land einfallen. Wer gerade die Festung Lingen im Besitz hatte, war bestrebe, durch Raub und Diebstahl seinen Lebensunterhalt zu verbessern und seinen Reichtum zu vermehren. Auch nachdem 1606 endlich zwischen den streitenden Parteien Waffenstillstand geschlossen worden war, kam das Osnabrücker Land nicht zur Ruhe. Die Spanier hielten Lingen weiterhin besetzt. Immer wieder fielen sie in das Land ein. Niemand konnte in dieser so unsicheren Zeit ahnen, daß ein weiterer ebenso schrecklicher Krieg folgen würde, der dreißig Jahre dauern sollte. Darunter hatten Voltlage wie die Nachbardörfer viel zu leiden. Als dann endlich in Osnabrück Friede geschlossen war und die schwedische Besatzung Fürstenau verlassen hatte, sah es auch in Voltalge traurig aus. Es ist daher verständlich, wenn die Nachrichten aus dieser Zeit spärlich fließen. Ältete Urkunden und Aufzeichnungen waren verbrannt oder verlorengegangen. Niemand hatte Zeit, die grausamen Ereignisse schriftlich festzuhalten. Erst ein aus dem Jahre 1688 erhaltenes Lagerbuch weiß zu berichten, daß die alte romanische Kirche zu damaliger Zeit die ständig wachsende Zahl der Gläubigen nicht mehr haben aufnehmen können. Sie sei zu klein und zu eng gewesen. Außerdem muß sie über die vielen Jahrhunderte und die schweren Kriegsereignisse hinweg baufällig geworden sein. Daraus wird deutlich, daß die aus den langen Kriegsjahren entstandenen Schwierigkeiten inzwischen überwunden und die Bevölkerungszahl wieder gewachsen war. Nachdem mehrere Jahrzehnte für den Neubau einer Kriche gesammelt worden war, konnte im Jahr 1752 der Grundstein für ein neues Gotteshaus gelegt werden. Gut drei Jahre haben die Bauarbeiten gedauert, bis die Kirche endlich eingeweiht werden konnte.

Äußerlich gesehen machte die Kirche einen schlichten Eindruck, denn sie ist eine ungegliederte Saalkirche. Gemeinsam mit dem romanischen Westturm strahlt sie jedoch eine bedächtige Ruhe, Würde und Einheitlichkeit aus. Das anspruchslose Äußere entspricht der architektonischen Bauweise.