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"Wer hat Bock auf was Neues?“ - Nordkreis-Unternehmertag feiert kleines Jubiläum

Provotainer Martin Gaedt forderte die Besucher beim Unternehmertag dazu auf, sich von alten Denkweisen zu lösen und immer wieder neue Ideen zu entwickeln. Fotos: Josef Pohl

Neuenkirchen. Der zehnte Nordkreis-Unternehmertag dürfte bei vielen Gästen in guter Erinnerung bleiben. Nicht nur, weil es somit ein kleines Jubiläum zu feiern gab, sondern auch mit Martin Gaedt ein Referent für Bewegung und Spannung unter den Besuchern sorgte.

Der rote Teppich war für die Gäste ausgerollt. Autogramme brauchte aber keiner zu schreiben, denn es waren keine aus Funk und Fernsehen bekannten Stars, sondern zumeist Unternehmer aus der Region, die darüber ins Autohaus Nordsterne schritten.

Good Practice 2018

Einen Film gab es aber dennoch zu sehen und eine „Oscar“-Verleihung auch noch, doch hatte der einen etwas anderen Namen: Good Practice 2018. Seit 2016 werden Betrieben aus der Region, die sich in besonderer Weise in Sachen Berufsausbildung engagieren, dami ausgezeichnet. Diesmal war es, wie Thomas Kohne von den Berufsbildenden Schulen Bersenbrück und Sven Büsing (Agentur für Arbeit) verkündeten, das Neuenkirchener Unternehmen Böwer Interior. In einem kleinen Filmbeitrag wurde deutlich, warum die Vertreter der Bildungsregion Nordkreis das Unternehmen von Anja und Stefan Böwer als Preisträger auserkoren hatten. Die Laudatoren machten aber auch deutlich, dass heutzutage auch Kreativität gefragt sei, um Jugendliche für ein Unternehmen zu begeistern.

Betriebsbesichtigungen

Der Betrieb gehörte auch zu den Unternehmen, die vor dem abendlichen Unternehmertag von den Besuchern aus der Region näher unter die Lupe genommen werden konnten. Beim Gastgeber Nordsterne beeindruckte nicht nur die Werkstatt 4.0 oder das „sprechende Auto“, sondern auch die Tatsache, dass die Auszubildenden hier an ehemaligen Mercedes-Fahrzeugen der Schweizer Armee praktische Erfahrungen sammeln können. Elektrotechnik Grüter als Spezialist für die Installation und den Betrieb von Solartechnik, Fotovoltaik- und Biogasanlagen ließ so manchen Gast ebenso staunen wie die mit Fotovoltaik versehenen riesigen Silos der Raiffeisenagrar in Neuenkirchen, Partner der Kunden und Landwirte vor Ort.

Hat sich etabliert

Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay dankte auch im Namen ihrer Bürgermeisterkollegen Claus Peter Poppe, Horst Baier und Benno Trütken der Familie Wichmann für das Überlassen der Ausstellungshalle für diese Veranstaltung. Ganz besonders begrüßte sie Kreisrat Winfried Wilkens zum Nordkreisunternehmertag, der sich in der Ilek-Nordkreisregion gut etabliert habe. VR-Bank im Altkreis Bersenbrück als Hauptsponsor galt es ebenfalls zu erwähnen. Marcus Wichmann machte in seinem Grußwort deutlich, dass sich nicht nur die Familie, sondern die ganze Mitarbeiterschaft für den Unternehmertag auch nach Feierabend engagiert habe.

Als Moderator führte Martin Klekamp , der zugunsten der Kinderkrippe auf ein Honorar verzichtete, durch den Abend. Der Neuenkirchener durfte besonders der Schulband der Goode-Weg-Schule danken, denn die sorgte unter der Leitung von Thomas Schulte-Sutrum für den richtigen Sound. Sein Dank galt auch der Fleischerei Bergmann, die in der Pause für die Stärkung der Besucher sorgte.

„Ideen spinnen“

„Wir sehen hier eine Malerleiter, es kommen aber nicht die Handwerker der Firma Bill“, leitete Klekamp dann zum Vortrag von Provotainer Martin Gaedt über, der an diesem Abend mit den 160 Gästen Ideen spinnen wolle.

Und Gaedt bietet anschließend wirklich eine Mischung aus Provokation und Entertainmet. „Geht nicht“ – diesen Spruch will der Ideen-Fitnesstrainer nicht hören. „Wer hat Bock auf was Neues?“, fragt er in die Runde, möchte der Berliner zum Perspektivwechsel einladen.

„Schwur der Spinner“

Es reicht ihm nicht, einfach nur über den Tellerrand hinwegzuschauen, er wirft den Teller gleich kaputt und setzt auf die Kunst der Innovation und versucht die 18 Prinzipien der Innovation zu vermitteln. Es gelingt ihm, die Gäste zum Aufstehen und zum „Schwur der Spinner“ zu bewegen. „Jedes Business hat ein Ablaufdatum“, zeigt er auf, dass bereits Brücken mit 3D-Druckern erstellt werden und der auch schon im Wohnungsbau Einzug gehalten hat.

Ideen vergleicht er mit Cocktails, es komme auf die Zutaten an. Es sei wichtig seine Zielgruppe zu kennen und zu wissen, was die wolle. Bei der Mitarbeitersuche fordert er zu neuen Ideen auf, denn jeder Unternehmer vor Ort konkurriere mit 23 Millionen Firmen in Europa. Stellenanzeigen in einer der 2500 Stellenbörsen lösen das Problem der Unsichtbarkeit nicht.

Papierknäuel als Flieger

Wie stark der Einzelne in alten Mustern verhaftet ist, demonstrierte er, als er die Besucher bat aus einem Blatt Papier einen Flieger zu bauen, der möglichst weit von vorne fliegt. Drei Personen warfen ein Papierknäuel – aus Gaedts Sicht genau richtig. Sie hatten sich von alten Vorstellungen verabschiedet.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1519918/nordkreis-unternehmertag-feiert-kleines-jubilaeum#gallery&0&0&1519918

 

7. September 2018, 14:06 Uhr