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Verabschiedung - Pfarrer Stephan Höne feiert letzten Gottesdienst in Merzen

In der Schützenhalle Südmerzen feierte Pfarrer Stephan Höne seinen letzten Gottesdienst in der Pfarreiengemeinschaft Merzen-Neuenkirchen-Voltlage. Foto: Christian Geers

Merzen. In der Schützenhalle Südmerzen hat Pfarrer Stephan Höne seinen letzten Gottesdienst in der Pfarreiengemeinschaft Merzen-Neuenkirchen-Voltlage gefeiert. 600 Einwohner verabschieden ihn und erleben in der gut zweistündigen Messfeier heitere und bewegende Momente. Höne wechselt zum 1. April nach Glandorf.

Das Vereinshaus des Schützenvereins Südmerzen, nicht eine der drei Kirchen, bildet an diesem Sonntagvormittag die Kulisse für die Verabschiedung von Pfarrer Stephan Höne. Hier hat er in den vergangenen 16 Jahren schon viele Gottesdienste gefeiert, außerdem steht die Halle ungefähr in der Mitte des Verbundes der Kirchengemeinden St. Lambertus Merzen, St. Laurentius Neuenkirchen und St. Katharina Voltlage, den der 54-Jährige ganz maßgeblich geformt hat. Gekommen sind Gläubige – die 450 Sitzgelegenheiten werden kurz vor Beginn der Messe mit schnell herbeigeschafften Bänken auf bis zu 600 aufgestockt – und Vertreter vieler weltlicher und kirchlicher Vereine aus der Samtgemeinde Neuenkirchen. Schützenvereine, Kolpingsfamilien, Landjugend-Ortsgruppen und Katholische Frauengemeinschaften ziehen mit ihren Fahnen und Bannern in die Halle ein, während die Böllergrenadiere ihre Kanonen zünden. Jeder Knall lässt die Besucher für eine Sekunde erschrecken und erinnert irgendwie an den Abschied, der in der Luft hängt.

Predigt über Heimat und Zu-Hause-Sein

Das Wort fällt zwar häufig an diesem Vormittag, noch häufiger aber ist von Dankbarkeit die Rede. Dank für eine 16-jährige Amtszeit, in der viele Wege Stephan Höne in jeden Winkel der Pfarreiengemeinschaft führten, in der er viel Zeit mit den Menschen verbrachte und in der er eine Heimat fand. Da lag es nahe, dass der Geistliche die Frage nach Heimat und Zu-Hause-Sein in den Mittelpunkt seiner Predigt rückte. Es brauche Zeit und Geduld, um die Heimat in sich selbst zu finden. Das fordere den Menschen jeden Tag aufs Neue. Für ihn, Höne, sei zudem besonders die Beziehung zu Gott entscheidend. Er sei gerne Priester, erst recht in Zeiten mit Herausforderungen und der Ungewissheit, wie sich Glaube und Kirche in Zukunft weiterentwickelten. Auch wenn die Zahl der engagierten Christen kleiner und die Kirchenbänke leerer würden, „so kann uns das erschrecken, lähmen und resignieren lassen“. Dazu seien die Menschen aber nicht verpflichtet. Der Geist Gottes in jedem könne eine ungeheure Kraft sein, „die begeistert, nicht die Massen, aber die Menschen um uns“. Klar sei: Die Vergangenheit könne man nicht zurückholen, „und die Kirche wird nicht mehr die sein, wie manche sie haben möchten“.

Appell: Nicht auf den eigenen Kirchturm schauen

Höne appellierte an die Gläubigen, die Gegenwart so zu gestalten, dass Glaube und Kirche in ihr einen festen Platz einnähmen. Mit Blick auf die Pfarreiengemeinschaft forderte er sie auf, nicht dauernd auf den eigenen Kirchenturm zu schauen. „Damit ist der Untergang schon vorprogrammiert.“ Nützlicher und sinnvoller sei es, dass sich die Gemeinden öffneten und die gemeinsamen Kräfte bündelten. Er habe in den vergangenen Jahren versucht, drei unterschiedliche Kirchengemeinden zusammenzuführen. Vieles sei dem Pastoralteam schon gelungen. Der Pfarrer warnte aber ausdrücklich davor, gefundene Gemeinsamkeiten wieder rückgängig zu machen und „der Tradition wegen Altes bestehen zu lassen, obwohl es die Zeit schon überholt hat, und vor Neuem Angst zu haben“. Das koste unnötige Energie, und nur im gemeinsamen Tun, Überlegen und Glauben habe die Kirche eine Zukunft und die Pfarreiengemeinschaft Bestand. „Nur in Gemeinschaft kann Einheit entstehen“, sagte er. Dankbar sei er für die Begegnungen mit Menschen bei freudigen wie traurigen Ereignissen. Gerne habe er ihnen eine Heimat gegeben, sie „an Wendepunkten im Leben“ oder für „kurze Wegstrecken“ begleitet. Und er bat diejenigen um Entschuldigung, die er nicht erreicht habe oder die sein Reden und Handeln enttäuscht hätten.

Ueffelner Pastor lobt praktizierte Ökumene

An die gute Zusammenarbeit in der Ökumene erinnerte Pastor Michael Grimmsmann von der St.-Marien-Gemeinde Ueffeln und an so manche persönliche Begegnung mit dem katholischen Amtsbruder. An ihm schätze er Geradlinigkeit, Verlässlichkeit, Herzlichkeit und Tatkraft, als Geschenk überreichte er eine Taschenlampe, „die ökumenische Leuchte der St.-Marien-Gemeinde“, als Dank für die praktizierte Ökumene.

Begegnungen auf Augenhöhe

Nah bei den Menschen, denen er auf Augenhöhe begegnete, tolerant und offen zu jedermann – diese Talente von Pfarrer Stephan Höne habe sie sehr geschätzt, sagte Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay. Sie lobte Hönes Arbeit als Notfallseelsorger, als verlässlicher Ansprechpartner für Feuerwehr und Angehörige. Mit den Kommunen habe er eng zusammengearbeitet, „offen in der Diskussion, herzlich im Miteinander, verlässlich und immer ehrlich“. So sei es gelungen, sich gegenseitig zu unterstützen, zum Beispiel beim Ausbau der Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten.

Höne Ehrenmitglied in allen neun Schützenvereinen

Die Kirche habe dank Pfarrer Höne immer mitten im Leben der drei Gemeinden gestanden, sagte Gregor Schröder für die neun Schützenvereine in Merzen, Neuenkirchen und Voltlage. Das habe er mit seiner Teilnahme an den Veranstaltungen der Schützenvereine immer wieder gezeigt. Bevor der frühere Präsident des Merzener Schützenvereins von 1889 den Geistlichen mit einem dreifachen „Horrido“ verabschiedete, gab er bekannt, dass Höne in allen Schützenvereinen zum Ehrenmitglied ernannt worden sei. Der Pfarrer habe die Arbeit der Vereine und damit das Miteinander stets unterstützt, stellte Heiner Middendorf fest, der als Vorsitzender des Männergesangvereins Merzens für alle Vereine sprach.

„Meisterleistung“: Lebendige Pfarreiengemeinschaft geschaffen

Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstände lobten die Arbeit des Geistlichen als „Brückenbauer“. Als Meisterleistung bezeichnete es Anika Haarannen, dass er es geschafft habe, drei Kirchen- und zwei Kapellengemeinden „unter einen Hut“ und ein Wir-Gefühl auf den Weg zu bringen. Geholfen habe dabei sein „wacher kritischer Geist“. Der Pfarrer habe eine lebendige Kirche mit Zeitgeist und Tradition angestoßen, bei seiner Arbeit stets die richtigen Worte gefunden, Menschen Hoffnung, Licht und Zuversicht und als „Pfarrer zum Anfassen“ der Kirche ein neues Gesicht gegeben. Mit „Kraft, Energie und Einsatz“ sei eine lebendige Pfarreiengemeinschaft entstanden, so Haarannen.

Ein einziger Wunsch zum Schluss

Am Ende des Gottesdienstes und vor dem Empfang, bei dem er fast eine Stunde ungezählte Hände schütteln musste, hatte Pfarrer Stephan Höne noch einen einzigen Wunsch. „Empfangen Sie den neuen Pfarrer mit offenen Armen und Herzen.“

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1005778/pfarrer-stephan-hoene-feiert-letzten-gottesdienst-in-merzen#gallery&65361&0&1005778

 

14. Januar 2018, 14:10 Uhr