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Steinkauz bekommt auf einem Voltlager Hof Nachwuchs

Den Steinkauz ins Osnabrücker Land zu bringen, das haben sich der Westerkappelner Naturschützer und sein jugendliches Helferteam auf die Fahne geschrieben. In Voltlage sind jetzt die ersten Erfolge zu vermelden.

„Ich habe gedacht, auf der anderen Seite des Kanals beginnt die Agrarwüste“, gibt Friedhelm Scheel unumwunden zu. Dass dies keineswegs der Fall ist, das hat mittlerweile nicht nur die Zahl der erfolgreichen Steinkauzbrutversuche in der Samtgemeinde Neuenkirchen gezeigt. „Im Tecklenburger Land hat der Steinkauz seine Hochburg“, erzählt der Experte bei seinem Besuch auf dem Hof von Josef Höveler in Voltlage. Zur Unterstützung hat der aktive Natur- und Umweltschützer die Schülerinnen Greta Herschlein (11 Jahre) und Franziska Braun (13) mitgebracht. Die Beiden gehören zur AG Naturschutzjugend im Tecklenburger Land, hervorgegangen aus einer Schul-AG am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Mettingen.

Kontrolle der Niströhre

Die Gäste aus Westfalen wollen vor Ort kontrollieren, inwieweit die bei den Hövelers angebrachte Nisthilfe etwas gebracht hat. „Was siehst Du?“, fragt der Westerkappelner Franziska, die auf die Leiter gestiegen ist und mit der Taschenlampe in die Nisthilfe leuchtet. „Eine tote Maus und einen Steinkauz“, freut sich die Schülerin, dass hier wohl ein erfolgreicher Brutversuch zu beobachten ist. Das lässt auch Landwirt Josef Höveler keine Ruhe und auch er wirft ebenfalls schnell einen Blick auf das sich anbahnende freudige Ereignis auf dem Hof. Der Lebensraum für den Vogel werde, erzählt Scheel hinterher in lockerer Runde, durch die fortschreitende Bebauung immer geringer. Vom Einsturz bedrohte alte Scheunen oder hohle Kopfweiden, idealer Lebensraum für den Steinkauz, würden immer mehr aus dem Landschaftsbild verschwinden.

Scheel und der Infanterist

„Der Steinkauz ist ein Infanterist“, scherzt Scheel, denn für die Nahrungssuche laufe der Vogel auf dem Boden umher. Zwar könne die Eule etwa viermal so gut hören wie ein Mensch und ihren Kopf um rund 270 Grad drehen, mit dem Sehen habe sie aber ihre Schwierigkeiten, denn die Augen des Steinkauzes seien relativ starr im Kopf, erklärt der Naturschützer. Für die Nahrungssuche benötige er kurze Rasenflächen und abgefressene Wiesen, so gelinge es ihm leichter, Käfer und Kleintiere zu erspähen. Auf dem Hof in Voltlage hat der Steinkauz ein passendes Revier gefunden. Kühe und Pferde grasen auf einer benachbarten Weide und sorgen so für ein ausreichendes Nahrungsangebot. Bei einer Radtour durch Voltlage hat der Naturschützer aus NRW den Hof entdeckt und die Frau des Hauses gefragt, ob er eine Nisthilfe aufhängen dürfte. Das war natürlich kein Problem.

Naturschutzstiftung hilft

Die Steinkauzröhren stellt die Naturschutzjugend zum Teil in Eigenregie her, andere bekommen sie von der Naturschutzstiftung des Landkreises Osnabrück zur Verfügung gestellt, um dem Steinkauz im Osnabrücker Land verstärkt heimisch zu machen. Denn: Der Steinkauz ist ein Standvogel. Wo er sich einmal niedergelassen hat , da lässt er sich nicht so schnell vertreiben. Auch wenn es in der Samtgemeinde Neuenkirchen, wie Scheel erzählt, sieben erfolgreiche Brutversuche gibt, so hieße dass längst , dass jede Brut auch durchkomme. Das Wetter und natürliche Feinde hätten daran ihren Anteil.

Zur Sache

Einsatz für Natur- und Umweltschutz

Seit mehr als 25 Jahren ist Friedhelm Scheel im Natur- und Umweltschutz aktiv, beispielsweise als ehrenamtlicher Landschaftswart des Kreises Steinfurt, Gründer der Naturschutzgruppe Westerkappeln oder als Gründer und Leiter der aus der Natur-AG am Kardinal-von-Galen-Gymnasium in Mettingen hervorgegangenen Naturschutzjugend Die macht sich nicht nur für den Eulenschutz in der Region Tecklenburger Land stark, sondern hat sich auch über den Mittellandkanal gewagt. So wird im Osnabrücker Land zum Beispiel in Neuenkirchen und auch in Voltlage etwas für den Lebensraum des Steinkauzes getan. Und dazu reichen Nisthilfen alleine nicht aus. Info/Kontakt: www.antl-ev.de; E- Mail: friedhelm.scheel@ web.de. pm/jp

 

Ein Artikel und Foto von Josef Pohl / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/900698/steinkauz-bekommt-auf-einem-voltlager-hof-nachwuchs#gallery&0&0&900698
 
27. Mai 2017, 09:01 Uhr