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Vom Wind zerstörtes Kreuz in Voltlage restauriert

Ein Sturm hatte das steinerne Wegekreuz neben der Overbergklause im Voltlager Ortsteil Höckel im Jahr 2014 stark in Mitleidenschaft gezogen. Drei Jahre nach dem Bruch des Kreuzbalkens und der beiden Arme des Korpus konnte es nun rechtzeitig zu den Osterfeiertagen wiederaufgestellt werden.

„Das Kreuz neben der Overbergklause, vom Osnabrücker Bildhauer Bergmann geschaffen, wurde 1871 von Franz Meyer aus Höckel als Zeichen des Dankes und zur Erinnerung an Bernhard Overberg gestiftet“,ist einer Informationstafel zu entnehmen, die am gegenüberliegenden Fahrradweg am Voltlager Overberg-Rad-rundweg aufgestellt ist.

Geschenk von Auswanderern

Damals habe Franz Meyer gemeinsam mit seiner Frau Maria als Auswanderehepaar in Amerika Fuß gefasst. Dies sei Grund genug gewesen, der Heimatgemeinde ein Geschenk zu machen und nicht zuletzt ein Zeichen als Dank an Gott zu setzen. Ähnlich hatte es ein anderer Auswanderer mit der damals gestifteten Pietà am südlichen Ortsausgang von Voltlage an der Straße in Weese gemacht.

Filigranarbeit

„Auch, wenn man die alten Bruchstellen gar nicht mehr wiedererkennen kann: Alles, was vorhanden war, wurde wiederverwendet“, beschreibt Steinmetz Heinz Stall, der das Kreuz nun originalgetreu restauriert hat, die Vorgehensweise der Wiederherstellung. So wurden beispielsweise abgebrochene Gliedmaßen mit filigranen Drähten wieder zusammen gefügt, und auch der Querbalken wurde in altbewährter Handarbeit mechanisch miteinander wieder verbunden.

Stall, der seit 25 Jahren seinen Natursteinbetrieb in Fürstenau-Settrup führt, legt zudem viel Wert auf die Erhaltung der einst künstlerisch eingearbeiteten theologischen Elemente. Mit dem damaligen Bildhauer des Wegekreuzes ist er äußerst zufrieden.

Baumberger Sandstein

Steinmetz Bergmann sei ihm bei seinen Restaurationsarbeiten historischer Stücke schon öfters positiv aufgefallen. Bei diesem aus „Baumberger Sandstein“ gearbeiteten Stück gefalle ihm insbesondere der Gesichtsausdruck. „Vertrauen auf Gott“, das sei das, was er aus der Mimik der Christusfigur ablesen könne. Und da könne laut Stall der jetzige Zeitpunkt des Wiederaufbaus kurz vor Karfreitag gar nicht passender sein.

Das Wegekreuz verbinde schon beim Wiederaufstellen die Menschen, so Reinhard Berens, der anhand historischer Unterlagen viele Details zur Entstehung genau erläutern kann. Mithilfe alter Rechnungen sowie handgeschriebener Briefe, die ein älterer Mitbürger aus Voltlage ins heutige Hochdeutsch übersetzt hat, lassen sich vergangene Beziehungen, Gegebenheiten nachvollziehen und nicht zuletzt der Grund, der zur Ausreise von Franz Meyer und seiner Frau Maria geführt hat.

Dank an Spender

Besonderen Wert legen die Mitglieder des Kirchenvorstands darauf, dass der Dank nicht nur Heinz Stall sowie denjenigen gelte, die mit ihren Spenden den Wiederaufbau des Wegekreuzes möglich machten. Noch seien nicht alle Gelder für die Restaurierung zusammen. Ein besonderer Dank sei an die Familie Schluchter gerichtet, die von ihrem Wohnhaus nebenan ehrenamtlich die Pflege der parkähnlichen und auf Kirchengrund stehenden Anlage übernimmt. Zudem war es die Familie Schluchter, die das zerstörte Kreuz umgehend barg, einlagerte und somit es erst möglichte, das nun fast 150 Jahre alte Relikt gelebten katholischen Glaubens zum Osterfest neu erstrahlen kann.

 
 
12. April 2017, 12:17 Uhr