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Kindertagesstätte Voltlage startet in einem Provisorium

Anders als in Merzen und Neuenkirchen gibt es in Voltlage erst seit 1991 einen Kindergarten. 25 Jahre ist es her, dass die ersten Jungen und Mädchen aufgenommen wurden – aber nicht in dem schmucken Klinkerbau am Katharinenplatz, sondern in der Overbergschule.

Aller Anfang ist schwer, und manchmal beginnt er mit einem Provisorium. So ist das am 1. August 1991, als 36 Kinder im Alter von vier Jahren in zwei Gruppen starten und damit als erste den Kindergarten Voltlage besuchen. Eigentlich wären es sogar 47 Jungen und Mädchen gewesen. Weil aber Platz knapp ist in der Overbergschule, müssen elf Kinder aus Höckel zunächst den Kindergarten Neuenkirchen besuchen. So wie die Jahre zuvor, zwischen 1985 und 1990, besuchten durchschnittlich 28 Kinder aus Voltlage die Neuenkirchener Einrichtung, andere Kinder kamen in Halverde unter. Doch als in der Nachbarschaft alle Plätze besetzt sind, muss eine Lösung her.

Planung beginnt 1990

Als das erste Kapitel in der Geschichte des Kindergartens beginnt, wird hinter den Kulissen längst geplant und beraten. Im Juli 1990 fasst der Kirchenvorstand der Kirchengemeinde St. Katharina den Beschluss: Sie wird die Trägerschaft für den künftigen Kindergarten übernehmen, so wie es auch in Neuenkirchen und Merzen der Fall ist. Auch das Grundstück stellt die Kirche kostenlos bereit. Ende Dezember 1990 setzt der Voltlager Gemeinderat ein Zeichen und stellt 450000 D-Mark für den Neubau zur Verfügung.

Arbeitskreis schaut sich Kindertagesstätten an

Ein Arbeitskreis aus Vertretern der Kirchengemeinde und des Rates informiert sich über Baukonzepte und schaut sich Kindertagesstätten an. Den Zuschlag für die Planung bekommt das Architekturbüro agn. Die Vorgabe: Voltlage braucht einen dreigruppigen Kindergarten für 75 Plätze mit Gruppen- und Funktionsräumen, der so geschnitten ist, dass er erweitert werden kann. Am Ende präsentiert Architekt Lothar Niederberghaus ein kindgerechtes Gebäude: Nicht wuchtig, nicht mächtig, nicht kompliziert, einen 35 Meter langen Bau aus rotem Klinkerstein, mit Lichtbändern im Dach und sogar einer Empore in den Gruppenräumen.

Neubau kostet 1,6 Millionen

1,6 Millionen D-Mark kostet der Entwurf. Eine Summe, an der sich die Bezirksregierung Weser-Ems (375000 DM), die Samtgemeinde Neuenkirchen (325000 DM) und der Landkreis Osnabrück (75000 DM) beteiligen. Die Hauptlast aber trägt die Gemeinde Voltlage mit immerhin 825000 D-Mark.

Erster Spatenstich im Oktober 1991

Im Oktober 1991 beginnen die Bauarbeiten, Ende Januar 1992 wird der Grundstein gelegt. Pfarrer Hermann Rotermann besiegelt mit drei Hammerschlägen den Akt, während Bürgermeister August Mönter überzeugt ist, „dass ein Kindergarten nötig ist, auch wenn er die Gemeinde stark belastet“.

Einzug am 24. August 1991

Am 24. August 1992 beziehen 75 Jungen und Mädchen den neuen Kindergarten. Gleich am ersten Tag ist er ausgebucht – zur Freude von Gemeinde, Kirchengemeinde und des Kindergartenteams um Leiterin Hildegard Stephan. Im Oktober 1992 wird der Kindergarten St. Katharina offiziell mit einer Feierstunde eingeweiht.

Seit 2013 mit Kinderkrippe

Und heute, 25 Jahre später? Nach Hildegard Stephan und Waltraud Gerweler leitet Paula Neumann die Kindertagesstätte St. Katharina, bestehend aus dem Kindergarten und – seit Oktober 2013 – aus einer Kinderkrippe. 51 Kinder werden spielerisch auf das Leben vorbereitet. Seit 18 Jahren führt die Merzenerin das siebenköpfige Erzieherinnenteam. Vor ihrem Wechsel nach Voltlage hat sie 22 Jahre im St.-Nikolaus-Kindergarten in Ankum gearbeitet. Und sie hat miterlebt, wie sich Ansprüche und Bedürfnisse der Eltern an die Betreuung ihrer Kinder gewandelt haben. Längst ist der Kindergarten kein Aufbewahrungsort mehr, frühkindliche Bildung beginnt bereits in der Kinderkrippe. Nicht nur die Öffnungszeiten sind ausgeweitet worden, von anfangs 8 bis 12 Uhr auf nun 7.30 bis 14 Uhr, seit Januar bietet die Kita auch ein Mittagessen an. „Zehn bis zwölf Kinder nutzen das Angebot – ganz selbstverständlich“, berichtet Neumann.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Angebot schafft eben Nachfrage, das war schon bei der Kinderkrippe so. Ab Sommer seien 13 der 15 Plätze besetzt, für Februar 2017 gebe es weitere Anmeldungen. Was viele Jahre lang nur für Städte galt, hat längst den ländlichen Raum erreicht: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das Thema für Kommunen und ein gutes Angebot unverzichtbar als weicher Standortfaktor.

Gute Zusammenarbeit

Paula Neumann lobt die gute Zusammenarbeit zwischen Eltern, Erzieherinnen, Kirche und Gemeinde, die kurzen Wege und das stets offene Ohr. Zwar zählt die Kindertagesstätte zu den kleineren Einrichtungen, „aber für die Kinder ist sie besser zu überschauen“, sagt Neumann. Und so könne auf die Bedürfnisse der Kinder noch individueller eingegangen werden.

Ein Artikel von Christian Geers / Bersenbrücker Kreisblatt
 
9. Juni 2016, 14:09 Uhr