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Weihbischof Wübbe besucht Voltlager Landwirtschaft

Was beschäftigt derzeit die Menschen im Nordkreis des Dekanats Osnabrück? Um das zu erfahren, hat Weihbischof Johannes Wübbe jetzt unter anderem Station auf dem landwirtschaftlichen Betrieb von Josef und Jan-Hendrik Höveler in Voltlage gemacht.


Während es ihren Tieren gut geht, machen sich die Landwirte Sorgen um die Zukunft.
Von links: Jennifer und Jan-Hendrik Höveler, Weihbischof Johannes Wübbe, Josef und Agnes Höveler.
Foto: Ulrike Havermeyer



Keine Frage: Die Tiere, die auf dem Hof von Josef und Agnes, Jan-Hendrik und Jennifer Höveler in Voltlage gehalten werden, haben es gut. Nicht nur Hofhündin Lotte und Welpe Else, sondern auch das Milch- und das Mastvieh: Die Kühe käuen in beneidenswerter Gemütsruhe auf der Wiese das frische Gras wieder, und wer als Vierbeiner lieber gut beschattet unter Dach dösen möchte, trödelt frei nach Lust und Laune selbstständig in den offenen Stall hinein. Die neugeborenen Kälber staksen an der Seite ihrer Mütter durch goldgelbes Stroh, während sich die pflegebedürftigen Tiere – ebenfalls auf Stroh – in der Krankenstation erholen. Statt wie früher sechs Mastbullen in einer Bucht, halten die Hövelers seit einiger Zeit nur noch vier auf der gleichen Fläche. „Das können wir nun aus eigener Erfahrung sagen“, betont Josef Höveler: „Mehr Platz bedeutet für die Tiere mehr Zufriedenheit, eine bessere Gesundheit und mehr Leistung.“

Viele Berührungspunkte

Weihbischof Johannes Lübbe hört aufmerksam zu. Die Landwirtschaft ist für ihn beileibe keine unbekannte Welt. „Meine Mutter kommt vom Hof“, sagt er. Und Andreas Brinker von der Katholischen Landvolk Hochschule ergänzt: „Zwischen der Kirche als Verbraucher und Grundeigentümer und der Landwirtschaft gibt es viele Berührungspunkte.“

Die Idylle trügt

Doch komfortable Stallungen hin und glückliche Kühe her – die Idylle trügt. Nicht nur auf dem Hof der Hövelers: „Es geht uns an die Substanz“, beschreibt Josef Höveler die Misere der regionalen Landwirtschaft. Denn nicht nur die niedrigen Milchpreise bereiten den Erzeugern schlaflose Nächte. Der wirtschaftliche Druck und die Sorge, wohin sich die Branche in Zukunft entwickeln wird, bedrängen die Familienbetriebe. Ob es die Tücken der Globalisierung sind, die wachsenden bürokratischen Verpflichtungen oder die immer strengeren Auflagen, die immer neue Investitionen verlangen.

„Der Weltmarkt bringt nicht nur Segen“, teilte Weihbischof Wübbe die Sorgen seines Gastgebers. „Das System ist mittlerweile so verschachtelt – das zu durchschauen und vernünftig und nachhaltig zu steuern, dürfte sehr schwierig werden.“ Er appellierte an die Verbraucher, „soweit es möglich ist, regional einzukaufen.“

 

Ein Bericht von Ulrike Havermeyer / Bersenbrücker Kreisblatt
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/722389/weihbischof-wubbe-besucht-voltlager-landwirtschaft

 

 

 

 

 

 

 

1. Juni 2016, 15:31 Uhr