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Tipps von Jürgen Holterhus - Digitales Handwerk rückt in Merzen in den Blickpunkt

Jürgen Holterhus referierte zum Thema „Vom Handarbeiter zum digitalen Handwerker“. Foto: Burkhard Dräger

bdr Merzen. Über seine Entwicklung vom Handarbeiter zum digitalen Handwerker hat Orthopädieschuhmachermeister Jürgen Holterhus aus Quakenbrück in Merzen gesprochen. Er referierte vor rund 30 Vertretern der hiesigen Wirtschaft in der Veranstaltungsreihe „Wirtschaft 4.0“.

In ihrer Begrüßung ging Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay im Gasthof Dückinghaus darauf ein, dass diese fünfte Veranstaltung in der Reihe „Wirtschaft 4.0“ weiter dazu beitrage, das Thema Digitalisierung aus den verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Digitale Messmethoden

Die Kommunen beschäftigten sich schon länger mit diesem Thema, und es sei gut, sich von einem Praktiker berichten zu lassen und sich mit ihm auszutauschen. Denn Jürgen Holterhus sei ja nicht „nur“ Orthopädieschuhmachermeister, sondern betreue auch Spitzen- und Breitensportler mit Sportschuhen und Sportbekleidung. Außerdem pflege er seit Jahren einen Online-Schuhhandel und entwickele digitale Messmethoden im Bereich Fuß- und Rückenorthopädie.

In seinem Vortrag stellte Jürgen Holterhus Althergebrachtes immer dem digitalen Fortschritt gegenüber, begleitet von einer sehr guten, selbst erarbeiteten Präsentation. Die Digitalisierung sei ein wichtiger Bestandteil seines Handelns, denn man könne durchaus „digital handwerken“. Wurde früher der Fuß mit Blaudruck, Maßband, Gips- oder Schaumabdruck „vermessen“, so werde er heute digital gescannt und sofort in den Computer übertragen. Über eine Videoanalyse werde dann ein digitales Gangbild erstellt.

Zusammenarbeit mit Uni Kiel

Da aber Gang und Beinstellung direkt auf Becken und Rücken einwirken, kann mit dem von Holterhus erdachten und in Zusammenarbeit mit der Uni Kiel entwickelten Geräten und Programmen eine detaillierte Gesamtanalyse erstellt werden. Ein besonderes Augenmerk legt er dabei auf den Druck, der bei Diabetikern auf dem Fuß lastet, und der durch präzise Analysen und Messmethoden mit den entsprechenden Einlagen um etwa 30 Prozent gemindert werden kann. Die so erstellten Befund- oder Informationsbögen werden wegen der Diagnosehoheit noch nicht von allen Ärzten anerkannt. Doch nur über allgemein verbindliche Standards, die er ebenfalls erarbeitete, sei eine präzise Digitalisierung zu erreichen.

 

3D-Drucker macht es möglich

Ob Fußform, Leisten oder Einlagen, über 3D-Drucker ist heute vieles möglich. Anhand von mehreren Videos zeigte Holterhus Beispiele auf, wie durch digital erarbeitete Einlagen eine fehlerhafte Gangmotorik korrigiert werden kann. Wirksamkeitsnachweise könnten nachher erstellt werden.

Die entwickelten Geräte seien bisher noch recht teuer und nur im Verbund zu stemmen: Doch bereits 80 Kollegen arbeiten mit Holterhus bei der Standardisierung zusammen. Anfragen aus den USA liegen bereits vor, und nächstens sollen die Märkte in China und Japan erschlossen werden. Jürgen Holterhus ist jedenfalls mit Herzblut bei der Digitalisierung dabei.

Frage der Bezahlbarkeit

In der anschließenden Diskussion kam immer wieder die Frage auf, ob dieses Findungsprogramm auf andere Branchen übertragbar sei und auch bezahlbar bleibe.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1186731/digitales-handwerk-rueckt-in-merzen-in-den-blickpunkt#gallery&0&1&1186731

 

8. April 2018, 14:39 Uhr