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Landwirte öffnen die Tore - Höfe besichtigen beim Neuenkirchener Bauernmarkt

Freuen sich auf den Bauernmarkt: Öffentlichkeitsarbeit ist für die Vorstandsmitglieder (von links) Johannes Belting, Laurentius Dohm und Michael Seelmeyer bei der Veranstaltung am Sonntag, 17. September, im Ortsteil Vinte angesagt. Foto: Josef Pohl

Neuenkirchen. In der Landwirtschaft wird ein guter Job gemacht. Davon können sich die Besucher beim 5. Neuenkirchener Bauernmarkt am 17. September auf den Höfen Oeker und Wrocklage im Ortsteil Vinte ein Bild machen.

Dabei geht es den Landwirten aus Neuenkirchen darum, nicht das Leben aus früheren Zeiten darzustellen. Vielmehr wollen die Neuenkirchener zeigen, wie es auf den Bauernhöfen in der heutigen Zeit aussieht. Nicht die ländliche Idylle steht im Mittelpunkt, sondern es geht auch um Familien hinter dem landwirtschaftlichen Betrieb. Nicht überall ist es möglich, Landwirtschaft heutzutage noch hautnah zu erleben – nicht, weil die Landwirte keine Besucher auf ihren Höfen haben sollen, vielmehr setzen die Hygienevorschriften hier enge Grenzen. „In der Hähnchenmast zum Beispiel müssen wir genau Protokoll führen, wer wann den Stall betreten hat“, führt Michael Seelmeyer an, dass nicht nur in Zeiten von Geflügelpest gesetzliche Vorgaben dem Wunsch nach mehr Öffentlichkeitsarbeit einen Riegel vorschieben.

Grünes T-Shirt mit Landvolk-Emblem

Mit dem Bauernmarkt wollen die Neuenkirchener Landwirte in der Bevölkerung um Akzeptanz werben und etwas für ihr Ansehen tun. Tierquäler und Umweltverschmutzer – diese Begriffe fielen immer wieder im Zusammenhang mit der Landwirtschaft, aber 99,4 Prozent der Landwirte sorgten tagtäglich auf ehrliche Art und Weise für die Ernährung der Bevölkerung. Es tue mitunter sehr weh, wie die Landwirtschaft in den Medien dargestellt werde, stellen die Landvolk-Vorstandsmitglieder im Gespräch fest. „Wir wollen nicht drumherum reden, dass es auch Probleme gibt“, so Laurentius Dohm, Vorsitzender des Ortslandvolkes. So habe Gülle neben dem Geruch natürlich auch einen schlechten Ruf, sei aber andererseits als organischer Dünger unverzichtbar. In den Gesprächen mit den Vorstandsmitgliedern, die alle beim Bauernmarkt ein grünes T-Shirt mit Landvolk-Emblem auf der Brust tragen, sollen die Besucher auch Fragen zum Nährstoffkreislauf oder zur Düngeverordnung beantwortet bekommen.

„Nicht jeder Landwirt kann auf Bio umstellen“

„Die Anonymität muss weg, die Besucher sollen sehen , dass wir ein Teil der Gesellschaft sind und auch ein Recht auf Arbeit haben“, sieht Johannes Belting beim Bauernmarkt gute Anknüpfungspunkte, um deutlich zu machen, dass in den landwirtschaftlichen Betrieben das Einkommen für die Familien erwirtschaftet werde. Auch die Landwirte hätten gerne ihren Anteil an den sozialen Errungenschaften der Gesellschaft, auch die, „die als Einzelkämpfer 365 Tage im Jahr auf dem Hof festgenagelt sind“. „Wir brauchen keine Agrarwende, sondern eine Richtungsänderung“, erklärt Laurentius Dohm. Nicht jeder Landwirt könne einfach auf Bio umstellen. Derzeit müssten die Landwirte zu einem relativ niedrigen Preisniveau hochwertige Lebensmittel erzeugen, zeigen die Vorstandsmitglieder im Gespräch auf, dass sich auch nicht jeder Verbraucher die teureren Bioprodukte leisten könne. Auch die „konventionellen“ Landwirte bemühten sich darum, weniger Pflanzenschutzmittel und weniger Mineraldünger einzusetzen. Moderne Maschinen seien dabei sehr hilfreich.

„Mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen“

Beim Bauernmarkt gehe es auch darum, der Bevölkerung zu zeigen, dass Landwirtschaft interessant sei. „Wir möchten, dass die Besucher mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen“, so Michael Seelmeyer. Besonders für Familien sei der Bauernmarkt optimal, denn die Kinder könnten sich dort richtig austoben. Wichtig sei es bei der Vorbereitung auch gewesen, das ganze Dorf mit einzubeziehen. So kümmerten sich die Landfrauen um Kaffee und Kuchen. Für die weitere Beköstigung seien ganz bewusst die Vereine und Verbände vor Ort zur Mithilfe angesprochen worden, so Laurentius Dohm, und nicht ein Cateringunternehmen. So ließe sich viel besser ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Landwirten und den Neuenkirchenern entwickeln. Davon können sich am 17. September die Besucher auch bei ihrem Abstecher auf die Höfe Wrocklage und Oeker in Vinte überzeugen.

Ein Artikel von Josef Pohl / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/949666/hoefe-besichtigen-beim-neuenkirchener-bauernmarkt
 
14. September 2017, 13:06 Uhr