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Bund sagt 175.000 Euro zu - Sanierung der Voltlager Orgel kann beginnen

Pfarrer Detlef Perk hat es schwarz auf weiß: In einem Schreiben sagt die Bundesregierung zu, sich mit bis zu 175.000 Euro an den Kosten für die Sanierung der Orgel in St. Katharina zu beteiligen. Die gute Nachricht aus Berlin überbrachte der CDU-Bundestagsabgeordnete André Berghegger (Vierter von links) dem Orgelausschuss. Orgelexperte Franz-Josef Rahe (sitzend) erläuterte das Ausmaß der Schäden.
Foto: Christian Geers

Voltlage. Die Orgel in St. Katharina in Voltlage gehört zu den ältesten im Bistum Osnabrück. Doch das Instrument mit 1200 Pfeifen ist ein Fall für den Restaurator. Wegen der Kosten grübelte die Kirchengemeinde seit Jahren darüber, wie die Reparatur zu stemmen wäre. Die gute Nachricht kam aus Berlin.

30 Millionen Euro hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages bei der Beratung des Etats 2019 jüngst für den Kulturbereich „freigeschaufelt“, wie es der CDU-Bundestagsabgeordnete André Berghegger nannte. Der Meller war dabei und derjenige, der bei der Vergabe der Mittel für Kultur und Denkmalschutz zum Fürsprecher für die Voltlager Kirchenorgel wurde. Das Ergebnis: Der Bund übernimmt die Hälfte der auf 350.000 Euro bezifferten Kosten, bis zu 175.000 Euro, wie es in einem Brief von Kulturstaatsministerin Monika Grütters schwarz auf weiß steht. Eine Kopie des Schreibens aus dem Bundeskanzleramt hatte Berghegger dabei, als er der Kirchengemeinde die frohe Botschaft über den Bundeszuschuss verkündete. „Das ist auch ein Signal für den ländlichen Raum“, wertete der CDU-Politiker die Zusage als Beispiel dafür, dass Kulturförderung nicht nur in Großstädten erfolge.

Orgel stammt aus dem Jahr 1697

Während des Treffens mit den Vertretern der Kirchengemeinde und der Gemeinde erläuterte Franz-Josef Rahe, Orgelsachverständiger des Bistums Osnabrück, die Besonderheiten der mehr als 300-jährigen Orgel, die 1697 noch in der alten Voltlager Kirche aufgestellt wurde. Sie stammt aus der Werkstatt von Heinrich Clausing aus Herford und hatte ursprünglich neun Register. 1752 wurde sie in der neuen St.-Katharinen-Kirche wieder aufgestellt und in den Folgejahren immer mal umgebaut und erweitert, zuletzt im Jahr 1966. Damals wurden die Schäden des Zweiten Weltkrieges beseitigt, in den letzten Kriegstagen hatten Teile des zerschossenen Tonnengewölbes das wertvolle Instrument unter sich begraben.

Noch viel historische Bausubstanz erhalten

„Umbauten und Restaurierungen geschahen immer im Stil und mit dem Wissen der Zeit“, sagte Rahe. Auch im Aufbau und im Klang der Orgeln gebe es Moden, und aus heutiger Sicht sei manche Instandsetzung in Voltlage nicht immer fachgerecht ausgeführt worden. Der Fachmann freute sich, dass „in der ältesten Orgel im Bistum Osnabrück“ trotz allem „noch viel historische Bausubstanz vorhanden ist“. Mit dem Wissen und den Techniken von heute sei so eine fachgerechte Restaurierung möglich. „Es ist ein Glücksfall, dass wir die Sanierung nun angehen können.“ Ein Abriss käme für Franz-Josef Rahe niemals infrage, „wegen ihrer Einzigartigkeit habe ich sie kurzerhand heiliggesprochen“.

Pfarrer: Ein besonderer Kulturschatz

Was zu tun ist bei der anstehenden Instandsetzung, erläuterte er an Ort und Stelle. So wird der Spieltisch, der in den 1960er-Jahren vor die Orgel gesetzt wurde, wieder an die Seite verlegt. Viele der Bleipfeifen, die korrodieren und zu zerbröseln drohen, müssen ersetzt oder restauriert werden, auch die Luftzufuhr zu den Pfeifen bedarf einer deutlichen Verbesserung. Als Franz-Josef Rahe in die Tasten griff, war es nicht zu überhören: Viele Töne der Orgel sind kaum auszumachen, weil ihnen buchstäblich die Luft ausgeht. „Das wird sich ändern, der Klang wird tragender werden, aber nicht unbedingt lauter“, erläuterte Rahe.

Auch Bistum Osnabrück beteiligt sich an Kosten

Für Voltlages Pfarrer Detlef Perk ist die Orgel in St. Katharina ein „ganz besonderer Kulturschatz“, den es unbedingt zu erhalten gelte. Er freute sich, dass mit dem Zuschuss des Bundes nun der Grundstein für die dringend erforderliche Sanierung gelegt worden sei. „Wir schaffen das“, war er sich sicher, weitere Spender für das Vorhaben zu gewinnen. 20 Prozent der Kosten habe das Bistum als Zuschuss zugesagt. Ohne finanzielle Unterstützung könne die 1400 Gläubige zählende Kirchengemeinde die Sanierung gar nicht stemmen, stellte er klar. Auch Voltlages Bürgermeister Norbert Trame war sich sicher: „Das wird jetzt was. Mit dem Bundeszuschuss ist die Tür ein ganzes Stück weit aufgemacht worden.“

Ausschreibung im Frühjahr 2019

Nach den Plänen der Kirchengemeinde kann die Sanierung der Kirchenorgel nun vorbereitet werden. Eine detaillierte Beschreibung des Instrumentes liegt vor. Im Frühjahr/Sommer 2019 sei eine Ausschreibung der Arbeiten realistisch, so Pfarrer Detlef Perk.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt:
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1592376/sanierung-der-voltlager-orgel-kann-beginnen-1#gallery&0&0&1592376

 

21. November 2018, 21:24 Uhr