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Google hilft bei Verständigung - Spanische Praktikantin in Neuenkirchener Rathaus

Für Ariana López Lucas ist neben Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay auch Doris Bembom (links) Ansprechpartnerin im Rathaus. Foto: Josef Pohl

Neuenkirchen. Ein Berufspraktikum absolviert derzeit eine junge Spanierin in der Neuenkirchener Samtgemeindeverwaltung. Auch in die Arbeitsweise der Außenstellen Merzen und Voltlage wird sie noch hineinschnuppern.

Ariana López Lucas heißt die junge Dame aus der Region Lleida, die für etwas Aufregung im Neuenkirchener Rathaus gesorgt hat.

Überraschende Nachricht

Bereits Mitte März war eine Gruppe spanischer Praktikanten im Osnabrücker Land. Dafür hatte die Samtgemeinde einen Praktikumsplatz angeboten – und war nicht zum Zuge gekommen. Gut eine Woche vor dem Eintreffen der nächsten Praktikanten im Juni traf im Neuenkirchener Rathaus dann überraschend die Nachricht ein, dass die Neuenkirchener Verwaltung für die Zeit vom 4. Juni bis zum 2. August eine Praktikantin bekommt.

So kam etwas Hektik auf, denn schließlich mussten nicht nur für jede Woche –auch in den Ferien – von montags bis donnerstags Einsatzmöglichkeiten im Hause und in der Außenstellen Merzen und Voltlage gefunden werden. Zudem galt es auch noch eine Unterkunft für die 19-Jährige zu suchen. Beides hat geklappt, wie Doris Bembom vom Fachbereich Personal beim Pressetermin feststellt. Für die Zeit ihres Aufenthaltes in der Samtgemeinde hat die junge Spanierin, deren Hobbys Musik, Tanzen, Laufen und Fitness sind, bei der Gastfamilie Stefan und Jutta Holstein in Merzen Quartier bezogen.

Sprachliche Weiterbildung

Möglich wird Arianas Praktikum durch das Austausch- und Bildungsprogramm „Erasmus+“ der Europäischen Union. Zwischen der katalanischen Region Lleida und dem Landkreis Osnabrück hat sich in den vergangenen Jahren eine enge Zusammenarbeit entwickelt. „Damit soll die fachliche, interkulturelle und sprachliche Weiterbildung unserer Partnerschüler gefördert werden“, beschreibt Landkreis-Projektleiter Jürgen Claus das Ziel des Programms.

 

Zwar gehört ein Deutschkurs bereits im Vorfeld zum Auslandspraktikum, für ein richtiges Gespräch reichen die Kenntnisse von Ariana jedoch noch nicht aus. Die Kommunikation mit den Mitarbeiterinnen in der Samtgemeinde gestaltet sich, wie die junge Spanierin zugeben muss, schwierig. Aber zum Glück gibt es ja das Handy, und mithilfe der Google-Übersetzung wird die eine oder andere Sprachbarriere überwunden.

Ausbildung abschließen

Die Möglichkeit, die Arbeit, Strukturen und Kultur in Deutschland kennenzulernen und natürlich die deutschen Sprachkenntnisse weiter auszubauen, ist nicht nur eine Chance für die Berufsschülerin aus Katalonien, sondern auch für ihren Freund, der parallel ein Praktikum bei einem Wallenhorster Möbelhaus absolviert. Mit diesem Auslandspraktikum wird die junge Katalanin, die eine hauptamtliche Bürgermeisterin aus ihrer Heimat so nicht kennt, die zweijährige spanische Berufsausbildung abschließen.

Hohe Arbeitslosigkeit

Eine Stelle in der öffentlichen Verwaltung, die würde Ariana in der Heimat nach ihrer Ausbildung gerne finden. Mit 25 Prozent ist in Spanien die Arbeitslosigkeit bei den jungen Menschen aber sehr hoch, sodass sie sich durchaus vorstellen kann, später in Deutschland auf Jobsuche zu gehen. Aber bis dahin lernt sie, nicht nur wie während des Praktikums jeden Freitag in Osnabrück, fleißig Deutsch. „Ohne die Sprache“ läuft es nicht, das hat sie schon in Neuenkirchen festgestellt.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1380714/spanische-praktikantin-in-neuenkirchener-rathaus

 

26. Juni 2018, 16:40 Uhr