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Zu Besuch auf Bauernhof - Neuenkirchener Schüler an HOL-Projekt beteiligt

Birgit Berling erläutert einer kleinen Schülergruppe den Steckbrief und Lebenslauf der Kuh Heidi. Foto: Silke Bork

Neuenkirchen/Ueffeln. Ab welchem Alter zählt eine Kuh zur Seniorengeneration? Wie viel Liter Wasser trinken Kühe am Tag? Mögen sie lieber den Sommer oder den Winter? Und wie funktioniert eigentlich ein Melkroboter? Diese und viele weitere Fragen sind bei einer Hofexkursion einer 5. Klasse der Goode-Weg-Schule aus Neuenkirchen umfangreich beantwortet worden.

Der Besuch des Milchwirtschaftsbetriebs von Birgit und Hermann Berling in Ueffeln Balkum ist Teil des Projektes „Transparenz schaffen – von der Ladentheke bis zum Erzeuger“ vom Hauptverband des Osnabrücker Landvolks (HOL). „Zuerst machen die Schüler gemeinsam einen Hofrundgang. Dann werden sie in drei Gruppen eingeteilt und erkundigen den Betrieb in Form eines Lernzirkels“, erläutert Verena Keisker von der HOL- Geschäftsstelle Bersenbrück. Begleitet werden die Schüler von Natalia Barth und Christine Rosner, Lehrerinnen der Oberschule Neuenkirchen.

Direkter Kontakt mit Kühen

Beim Rundgang über den Berlinger Hof kommen die Schüler gleich in direkten Kontakt mit den Kühen. So ein großes Tier zu streicheln, kostet die meisten Schülern doch Überwindung. Aber die in einem offenen Stall untergebrachten Kühe bleiben ruhig und gelassen. Birgit Berling stellt den Kindern Heidi vor, eine vierjährige Kuh, die bereits zwei Kälber auf die Welt gebracht hat. Die Landwirtin erklärt den Schülern, dass Kühe ab dem 12. Lebensjahr schon zur „Oma-Generation“ zählen. Außerdem zeigt sie ihnen ein Kuhhorn. „Die Hörner werden bereits den Kälbern entfernt, damit sich die Tiere nicht gegenseitig verletzen können.“

Mit großem Interesse verfolgen die Schüler die Arbeit eines Melkroboters. „Die Kühe werden mit einem schmackhaften Kraftfutter an die Melkbox gelockt“, erläutert Hermann Berling. Das Melken geschieht vollautomatisch, während die Kühe fressen. Die Tiere laufen frei im Stall herum und können rund um die Uhr zur Melkbox gehen.
 
In Melkroboter investiert
Auf dem Hof des Balkumer Ehepaares gibt es zwei Melkroboter, die jeweils 150 000 Euro gekostet haben. Eine Investition, die sie nicht bereut hätten, bemerkt Birgit Berling. „Wir haben uns das lange und gründlich überlegt.“ Zu den hohen Anschaffungskosten kämen auch die Unterhaltungskosten für Service- und Wartungsarbeiten hinzu. „Wir haben uns aber mittlerweile einiges bei den Service-Mitarbeitern abgeschaut“, fügt sie mit einem Lächeln hinzu. 2014 wurde der erste Melkroboter installiert, 2017 der zweite.


31 Cent reichen nicht

Insgesamt 125 Kühe werden hier gemolken, durchschnittlich dreimal täglich. „Die auf vier Grad gekühlte Milch wird alle 48 Stunden mit einem Tankwagen abgeholt“, bemerkt Hermann Berling. Für den Liter Milch erhalte er derzeit 31 Cent. „Von dem Verkauf der Milch muss der ganze Betrieb finanziert werden. Die Maschinen werden immer teurer. Um nachhaltig produzieren zu können, müsste der Literpreis bei 35 Cent liegen. Unter 30 Cent werden die laufenden Kosten fast nicht mehr gedeckt“, gibt der Landwirt zu bedenken.

Drei Lernstationen

Im Laufe des Vormittags erfahren die Kinder an drei Lernstationen noch, dass Kühe mindestens 100 bis 120 Liter Wasser am Tag benötigen und dass die wiederkäuende Tiere Körner nur zerkleinert fressen dürfen. Hermann Berling erzählt ihnen, dass Kühe sich im offenen Stall bei Minustemperaturen richtig wohlfühlen und bei Hitze träge werden. Von Verena Keisker erfahren sie, wie die Geräte im Stall heißen und wozu sie dienen. Und sie erfahren, was Einstreu ist und dass der Stall mit Spaltenböden zum Auffangen der Gülle ausgestattet ist.

Im Anschluss an den Lernzirkel haben die Schüler dann gefrühstückt, mit Milch vom Hof und Milchprodukten aus der Molkerei Mertens aus Neuenkirchen, die von Berlings beliefert wird.


Verena Keisker (Mitte) informiert die Schülergruppe über Geräte im Stall.
Mit dabei ist Lehrerin Natalia Barth (rechts).

 

Hermann Berling gibt den Schülern einen Einblick in die Futterzusammensetzung für die Kühe.
Mit dabei ist Lehrerin Christine Rosner.
 
 
5. Juni 2018, 09:55 Uhr